Die Kosten des Bestehens: Lohnt sich unser Kampf noch?

Marina Belandi/Advogada

Jeden Tag wachen wir auf und werden zu Zahlen. , Indizes und Prozentsätze erscheinen mit erschreckender Regelmäßigkeit auf Zeitungsseiten. Angesichts dieses Szenarios bleibt eine bittere Frage bestehen: Lohnt sich unser Kampf tatsächlich?

Das Gefühl ist oft, dass wir eine Rolltreppe hinaufsteigen, die mit hoher Geschwindigkeit abwärts geht. Je mehr wir Räume besetzen – in der Politik, in Unternehmensvorständen und in Klassenorganisationen –, desto heftiger wird die Reaktion des Patriarchats. Für unsere Emanzipation scheint es einen grausamen „Tribut“ zu geben: Je sichtbarer wir sind, desto mehr werden wir zur Zielscheibe von Belästigung, Disqualifikation und körperlicher Gewalt.

Unsicherheit ist ein ständiger Schatten. Wir sind auf der Straße nicht sicher, aber auch zu Hause sind wir nicht sicher. Gefahren lauern in Schulen, Hochschulen, am Arbeitsplatz und sogar in „Freundschaftskreisen“. Es ist eine universelle und schmerzliche Realität: Ausnahmslos jede Frau hat im Laufe ihres Lebens irgendeine Art von Gewalt erlitten oder wird erleiden, nur weil sie eine Frau ist. Widerstand wird zu einer Form des Überlebens.

Lohnt sich der Kampf? Die Antwort liegt in der Tatsache, dass es keine Option ist, nicht zu kämpfen. Rückschritt ist das einzige Schicksal des Schweigens.
Wir kämpfen für diejenigen, die zum Schweigen gebracht wurden und deren Stimmen jetzt in unseren Rufen nach Gerechtigkeit widerhallen. Wir kämpfen dafür, dass die nächsten Generationen den öffentlichen Raum nicht als Schlachtfeld, sondern als erworbenes Recht betrachten. Die Zunahme der Meldungen ist zwar schmerzhaft, zeigt aber, dass der Schleier der „Normalität“ gegenüber der Gewalt zerrissen ist. Wir akzeptieren nicht länger das Unakzeptable.

Unser Kampf lohnt sich, denn es ist das einzige Werkzeug, das Statistiken in Lebensgeschichten umwandeln kann. Wir kämpfen nicht nur um Räume, wir kämpfen für das Grundrecht auf eine angstfreie Existenz. Solange eine Frau in Gefahr ist, wird unsere Stimme der notwendige Schutzschild sein.

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