Obwohl Sicherheitsexperten eine Aussetzung der Übertragungen im Angel of Independence forderten, beschloss die Regierung von Mexiko-Stadt, den Raum für Fans offen zu halten.
Die Reaktion des Rathauses bestand darin, das Sicherheitssystem zu verstärken, die Anzahl der Bildschirme zu erhöhen und ein „Super-Dry-Gesetz“ für das Spiel zwischen Mexiko und England an diesem Sonntag (5) im Achtelfinale der Weltmeisterschaft zu schaffen.
Das Treffen findet im 17 Kilometer entfernten Azteca-Stadion statt.
Die Maßnahmen wurden angekündigt, nachdem am Dienstag (30.) bei den Feierlichkeiten zur Qualifikation der mexikanischen Mannschaft für das Achtelfinale vier Menschen erstickt waren.
Die Regierungschefin der Stadt, Clara Brugada, sagte an diesem Freitag (3), dass die Zahl der Bildschirme für die Übertragung des Spiels auf 60 erhöht werde. Mehr als die Hälfte werde jedoch weiterhin in der Zentralregion konzentriert sein, wo auch das FIFA-Fanfest stattfindet.
Der Managementplan zur Vermeidung neuer Unfälle sieht weiterhin eine strenge Zugangskontrolle zum Engel der Unabhängigkeit vor.
Der Eintritt bleibt frei, das Publikum ist jedoch auf die maximale Kapazität des Veranstaltungsortes beschränkt, die auf 25.000 Personen geschätzt wird. Sobald diese Zahl erreicht ist, können neue Fans den Bereich nicht mehr betreten. Um den Personenstrom zu kontrollieren, werden Barrieren und Filter installiert.
Es wird geschätzt, dass sich in der Nacht zum Dienstag 1 Million Menschen in dieser Region aufhielten.
Auch das Sicherheitssystem wurde verstärkt.
Rund 40.000 Beamte, darunter Polizisten, Verkehrsbeamte, Feuerwehrleute, Katastrophenschutzteams und Gesundheitsfachkräfte, werden während des Spiels und möglicher Feierlichkeiten im Einsatz sein.
Ein Teil der Streitkräfte wird in der Gegend rund um die Avenida Paseo de la Reforma konzentriert sein, in der sich das Denkmal befindet.
Eine weitere angekündigte Maßnahme war die Schaffung eines „Superdry-Gesetzes“. Die Beschränkung des Verkaufs alkoholischer Getränke zum Verzehr außerhalb von Lokalen tritt am Sonntag um Mitternacht in Kraft und gilt bis Montag, 7.00 Uhr (6).
Bisher galt das Verbot nur wenige Stunden vor Spielen und war auf die Zentralregion beschränkt. Jetzt dauert es nicht nur den gesamten Spieltag, sondern wurde auch auf neue Gebiete der Hauptstadt ausgeweitet, darunter die von Touristen häufig besuchten Stadtteile Roma Norte und Condesa.
Die Todesfälle
Nach Angaben der Polizei sorgte ein falsches Gerücht über Schüsse für Panik bei den Fans, die am Dienstagabend gleichzeitig versuchten, das Gebiet um den Anjo da Independência zu verlassen.
In engen Gassen voller Menschenmassen stürzten Hunderte Menschen übereinander. Zusätzlich zu den vier Toten wurden Dutzende verletzt.
Parallel zu den Änderungen im Sicherheitssystem ordnete Brugada die Einleitung einer Untersuchung der Todesfälle an. Sie erklärte, dass für jedes Opfer eine Untersuchung eingeleitet werde, mit dem Ziel, die Umstände des Falles zu klären und mögliche Verantwortlichkeiten zu ermitteln.
Der Bezirksvorsteher teilte außerdem mit, dass alle Bilder des öffentlichen Überwachungssystems der Stadt analysiert werden und dass auch die von den Sicherheits- und Notfallteams verabschiedeten Protokolle überprüft werden. Sie sagte auch, dass die Regierung die Familien der Opfer bei den Ermittlungen unterstützen werde.
Die Regierung kündigte außerdem eine Hilfe von 50.000 mexikanischen Pesos (rund 14.800 R$) für die Familien jedes Opfers an.
Die britische Regierung mahnt zur Vorsicht
Angesichts der gemeldeten Unruhen richtete die britische Regierung eine Warnung an englische Fans, die nach Mexiko reisten, um sich das Spiel anzusehen.
In einer Erklärung empfahlen die Behörden den Bürgern, große Menschenmengen während der Feierlichkeiten zu meiden und den Anweisungen der örtlichen Sicherheitskräfte zu folgen.
Die britische Regierung riet den Fans außerdem, in Gebieten mit großer Menschenansammlung, etwa rund um den Engel der Unabhängigkeit, besonders aufmerksam zu sein und das Gebiet im Falle einer Störung sofort zu verlassen.
Die Warnung löste eine Reaktion der mexikanischen Präsidentin Claudia Sheinbaum aus. In einem Interview erklärte sie, dass „ein Besuch in Mexiko sicher ist“ und dass die vom Rathaus der Hauptstadt angekündigten neuen Maßnahmen genau deshalb ergriffen wurden, um eine Wiederholung der Tragödie nach dem Sieg über Ecuador zu verhindern.
Der Präsident betonte die Installation weiterer Bildschirme entlang der Allee Paseo de la Reforma, um die Fans zu zerstreuen und die Konzentration der Menschen um den Engel der Unabhängigkeit zu verringern.
Sheinbaum appellierte außerdem an Mexikaner und ausländische Besucher, „verantwortungsvoll“ zu feiern, große Menschenansammlungen zu vermeiden, den Missbrauch alkoholischer Getränke zu vermeiden und sich an die Richtlinien der Behörden zu halten.
Sie erklärte außerdem, dass die Sicherheit der Fans nicht nur von den Maßnahmen der Behörden abhängt, sondern auch von der Zusammenarbeit der Bevölkerung. „Es gibt eine individuelle Verantwortung“, sagte der Präsident, als er verteidigte, dass die Feierlichkeiten organisiert ablaufen.














