TV: Europa veröffentlicht Leitfaden gegen Sexualisierung in der Leichtathletik – 24.07.2026 – Sport

Wenn eine Athletin im Hochsprung die Latte überwindet, muss das Bild ihren Sturz nicht in Zeitlupe verfolgen. Wenn Lauf, Absprung und Querlatte bereits aufgezeichnet wurden, kann die Wiederholung dort enden.

Die Leitlinien finden sich in einem im Juni von der EBU (European Broadcasting Union) herausgegebenen Leitfaden, der Empfehlungen für die Fernsehberichterstattung über Frauen-Leichtathletik enthält.

Das in Zusammenarbeit mit European Athletics erstellte Dokument mit dem Titel „Raising the Bar: Guidelines for Respectful Media Coverage in Women’s Athletics“ umfasst 23 Seiten und befasst sich mit einer Bühne, die für diejenigen, die die Wettkämpfe verfolgen, kaum sichtbar ist: den Entscheidungen, die in der Sendekabine getroffen werden.

Das Handbuch konzentriert sich auf Anleitungen zur Positionierung von Kameras, zur Auswahl des Bildausschnitts und zur Verwendung von Wiederholungen.

Die Veröffentlichung vergleicht Bilder von realen Wettbewerben, um zu zeigen, welche Entscheidungen zur Erklärung eines Rennens beitragen und welche vermieden werden sollten. Das Material enthält Beispiele für Hochsprung, Stabhochsprung, Horizontalsprünge (Distanz und Dreifachsprung) und Rennen.

Zu den Empfehlungen gehört, längere Nahaufnahmen, unterhalb der Athleten installierte Kameras, Aufnahmen hinter den Wettkämpfern und Zeitlupenwiederholungen ohne technische Zwecke zu vermeiden. Für die EBU trägt ein solches Bild wenig zum Verständnis des Streits bei und kann den Fokus von der Konkurrenz ablenken.

Beim Hochsprung empfiehlt der Leitfaden, breite Rahmen zu bevorzugen, die den Anlauf, den Absprung und den Durchgang über die Latte darstellen und dabei die Visualisierung der Technik des Athleten bewahren. Unter den als unangemessen eingestuften Beispielen erscheinen Bilder, die während des Sprungs von unten nach oben aufgenommen wurden.

Beim Stabhochsprung ist die Anleitung ähnlich. Das Dokument verlangt, dass die Wiederholung des Bildes beendet wird, nachdem der Athlet die Latte überwunden hat, und dass das Bild nicht bis zur Landung verlängert wird, wenn es keine Informationen über die Ausführung der Bewegung hinzufügt.

Bei horizontalen Sprüngen schlägt die Veröffentlichung vor, neben der Verwendung von Grafiken auch seitliche Ebenen und breite Rahmen zu priorisieren, um das technische Verständnis des Tests zu erleichtern.

Bei Rennen gilt als Richtlinie, übermäßige Annäherungen während der Vorbereitung auf den Start und unmittelbar nach dem Ziel zu vermeiden, wenn die Athleten dazu neigen, auf der Strecke zu knien oder sich hinzulegen, um zu Atem zu kommen.

Der Leitfaden wurde unter Beteiligung der ehemaligen Olympioniken Holly Bradshaw, Ivana Španović und Blanka Vlašić sowie von Rundfunkdirektoren, Kameraleuten und Kommentatoren erstellt.

In dem Dokument berichtet Bradshaw, dass sie sich mehr auf die Position der Kameras als auf den Sprung selbst konzentriert habe, da die Gefahr bestehe, dass Bilder aus dem Kontext gerissen und in den sozialen Medien unangemessen verwendet würden.

Die Richtlinien haben keinen verbindlichen Charakter. Dennoch dürfte die Leichtathletik-Europameisterschaft, die am 10. August im britischen Birmingham beginnt, das erste Großereignis sein, bei dem der Leitfaden als Referenz für Übertragungen verwendet wird.

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