Weltmeisterschaft: Ohne Italien unterstützen Italiener Brasilien – 13.06.2026 – Sport

Die italienische Mannschaft, die zum dritten Mal in Folge bei der Weltmeisterschaft abwesend war, hinterlässt bei ihren Fans weiterhin eine tiefe Lücke.

Laut einer an diesem Donnerstag (11) vom Institut SWG veröffentlichten Umfrage erlebt die Mehrheit der Italiener das Turnier mit einer Mischung aus Frustration, Nostalgie und einer gewissen Distanz, auch wenn viele beabsichtigen, den Wettbewerb zu verfolgen.

Laut der Umfrage, die vom 3. bis 5. Juni online unter 800 Befragten durchgeführt wurde, gaben 75 % der Italiener an, dass sie sich „traurig und nostalgisch“ fühlten, weil die Azzurri, der Name, unter dem die italienische Mannschaft bekannt ist, im europäischen Playoff-Finale gegen Bosnien und Herzegowina ausgeschieden sind.

Die dritte Abwesenheit des viermaligen Weltmeisters in Folge im Hauptwettbewerb bestätigt eine sportliche Krise, die das Land immer noch betrifft.

Trotz der Entmutigung übt der Fußball weiterhin seine Anziehungskraft aus: 59 % der Befragten gaben an, dass sie die Weltmeisterschaft verfolgen werden, die derzeit in Mexiko, den USA und Kanada ausgetragen wird.

Andererseits erklärten 19 %, dass sie das Turnier nicht ohne Italien verfolgen würden, was eine deutliche Distanzierung gegenüber einem Teil der Fans zeigt.

Die Italiener werden Ancelotti unterstützen

Ohne ihre Nationalmannschaft suchen viele Italiener nach neuen Gründen, sich im Wettbewerb zu engagieren.

In diesem Szenario gehen Brasilien und Spanien als Favoriten hervor: 17 % der Befragten beabsichtigen, die brasilianische Mannschaft zu unterstützen, was vor allem auf die Anwesenheit des italienischen Trainers Carlo Ancelotti an der Spitze der Mannschaft zurückzuführen ist. Gleich dahinter liegt Spanien mit 16 % der Präferenzen.

Auch andere Auswahlen wecken Interesse, wenn auch in kleinerem Umfang. Argentinien hat 10 % der Fans, während Frankreich und England jeweils 5 % haben.

Wie schwierig es ist, sich mit dem Turnier zu identifizieren, zeigt eine wichtige Datenquelle: 35 % der Italiener, die die Weltmeisterschaft verfolgen, gaben an, dass sie keine Lieblingsmannschaft haben.

Das Gefühl der Orientierungslosigkeit ist nicht auf die allgemeine Bevölkerung beschränkt. Es wird auch von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Behörden im Land geteilt. Der italienische Sportminister Andrea Abodi fasste die Stimmung im öffentlich-rechtlichen Radio Rai Radio 1 zusammen.

„Aus sportlicher Sicht ist es unglaublich enttäuschend. Wir sind etwas desorientiert.“ Dennoch verriet er seine Vorlieben: „Ich werde Ancelottis Brasilien unterstützen, aber auch Cannavaro und Montella, Trainer aus Usbekistan und der Türkei.“

Die emotionale Verbindung zu italienischen Trainern und Spielern, die im Ausland arbeiten, ist zu einem relevanten Faktor bei der Auswahl neuer Favoriten geworden.

Auch die Schauspielerin Cristiana Capotondi, ehemalige Delegationsleiterin der italienischen Frauenmannschaft, betonte diese Beziehung gegenüber der Zeitung La Repubblica: „Ich unterstütze Carlo Ancelottis Brasilien, das einen Teil Italiens repräsentiert, der am Wettbewerb teilnimmt.“

Diese Identifikation beseitigt jedoch nicht das Gefühl des Verlustes. Capotondi gibt zu, dass die Abwesenheit Italiens das Interesse am Turnier beeinträchtigt: „Danach werde ich versuchen, so wenig wie möglich von dieser Weltmeisterschaft zu sehen, denn es ist unglaublich traurig, dass Italien nicht dabei sein wird.“

Zukunft Italiens

Andere Bereiche der Gesellschaft teilen die gleiche Wahrnehmung.

Der Astrophysiker Amedeo Balbi erkannte im Gespräch mit La Repubblica einen eher entfernten Zusammenhang mit dem Ereignis an: „Ich gebe zu, dass ich die Konkurrenz nicht sehr genau verfolge, wenn Italien nicht spielt.“

Dennoch erwähnt er, dass er neben Ancelottis Brasilien auch Mannschaften mit Spielern seines Lieblingsvereins Roma mag.

Die Abwesenheit Italiens, einer der erfolgreichsten Mannschaften der Fußballgeschichte, wirft weiterhin Fragen über die Zukunft des Sports im Land auf.

Während der italienische Verband versucht, die Wettbewerbsfähigkeit der Mannschaft wiederherzustellen, leben die Fans ein ambivalentes Verhältnis zur Weltmeisterschaft, das zwischen der Gewohnheit, den Fußball zu verfolgen, und der Lücke, die die Nationalmannschaft hinterlassen hat, gespalten ist.

In dieser Ausgabe des Turniers scheinen die italienischen Fans vor allem in indirekten Verbindungen Trost zu finden, sei es durch Trainer ihrer Landsleute oder durch kulturelle Bindungen zu anderen Mannschaften.

Aber wie die Zahlen und Erfahrungsberichte zeigen, ersetzt nichts die Präsenz der Azzurri auf dem Feld.

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