Ein vertrauter Morgen: Der Wecker klingelt, ein kurzer Blick in den Spiegel und … plattgedrücktes Haar an den Haarwurzeln. Gestern wurde es gewaschen, heute sieht es schon wieder schwer und stumpf aus. Da kommt der Gedanke: „Ich muss es wieder waschen.“ Dabei reichen schon eine kleine Änderung beim Shampoo und ein paar einfache Gewohnheiten, damit das Haar länger frisch bleibt. Und ja, diese „Prise aus der Küche“ kann wirklich einen Unterschied machen – aber man muss wissen, wie man es richtig anwendet.

Warum wird das Haar so schnell fettig?
Die Kopfhaut produziert Hautfett, das das Haar vor Austrocknung und Brüchigkeit schützt. Wenn jedoch zu viel davon produziert wird, entsteht fettiges Haar, das bereits nach 24 Stunden an den Haarwurzeln platt wird. Bei anderen tritt dieser Effekt erst nach 2–3 Tagen ein – das ist eine individuelle Frage, die unter anderem vom Hauttyp, der Umgebung und sogar von der Art des Waschens abhängt.
Außerdem beeinflussen folgende Faktoren die Geschwindigkeit der Fettbildung: heißes Wasser in der Dusche, häufiges Trocknen mit sehr warmer Luft, Berühren der Haare während des Tages und schwere Stylingprodukte. Jede Berührung mit den Händen verteilt das Sebum über die gesamte Haarlänge, und ein Überschuss an Kosmetika lässt die Frisur schneller „schmutzig” aussehen.

Eine Prise Salz oder Backpulver im Shampoo – wie das wirklich funktioniert
Viele Menschen geben eine Prise Kochsalz oder Backpulver in die Shampooportion in ihrer Hand. Diese Inhaltsstoffe haben eine sanfte Peeling-Wirkung – sie können helfen, überschüssiges Hautfett und angesammelte Rückstände von Kosmetika zu „entfernen”, wodurch das Haar nach dem Waschen an den Haarwurzeln leichter wird.
Die Kopfhaut hat normalerweise einen pH-Wert von etwa 5,5, ist also leicht sauer. Natron hat einen pH-Wert von etwa 9 – es ist also eindeutig alkalisch. Bei häufiger Anwendung kann dieser Unterschied zu Reizungen und Austrocknung führen, insbesondere bei Menschen mit empfindlicher Haut.
In einer Studie wurde der pH-Wert von 123 Shampoos analysiert: Nur etwa 38,21 % hatten einen pH-Wert ≤ 5,5, während etwa 61,78 % einen höheren Wert aufwiesen. Alkalischere Formeln können die Reibung der Haare erhöhen und zu einer Schädigung der Schuppenschicht führen.
Daher ist die Art der Anwendung entscheidend: Geben Sie eine wirklich winzige Prise Salz oder Soda zu einer Portion Shampoo in Ihrer Handfläche, mischen Sie es mit Wasser, warten Sie, bis sich die Kristalle aufgelöst haben, und tragen Sie es erst dann auf die feuchte Kopfhaut auf, wobei Sie es sanft einmassieren. Diese Waschmethode kann selten wiederholt werden, beispielsweise nach einigen Dutzend Haarwäschen, wobei die Reaktion der Haut beobachtet werden sollte.
Aus meiner Sicht ist es interessant, dass sich bei manchen Menschen der Abstand zwischen den Haarwäschen sogar um mehrere Tage verlängert, während bei anderen der Effekt kaum spürbar ist. Und ehrlich gesagt überrascht es mich immer noch, wie eine „Küchenspitze” bei den einen hervorragend wirken kann, während sie bei den anderen fast keine Wirkung zeigt.
Hausmittel, die wir häufig bei fettigem Haar anwenden
Neben Salz und Backpulver wird häufig Apfelessig verwendet, der mit Wasser verdünnt wird. Er hat einen pH-Wert von etwa 2-3, ist also sauer und kann theoretisch dazu beitragen, die Haaroberfläche zu glätten, was für mehr Glanz sorgt und das Kämmen erleichtert. Beliebt sind auch leichte Kräuterspülungen, die das Haar nicht beschweren.
Eine Übersicht beliebter Tipps zeigt jedoch, dass es keine direkten Studien gibt, die bestätigen würden, dass eine Spülung mit Essig den pH-Wert des Haares in irgendeiner besonderen, wundersamen Weise reguliert. Das Gleiche gilt für Backpulver – manche Menschen loben es für seine kurzfristige „Entfettungswirkung”, aber der Mechanismus basiert auf einer starken Reinigung, die bei längerem Missbrauch das Haar einfach zu sehr austrocknen kann.
Die beliebtesten Küchenzusätze für die Haarpflege
Aus meiner Sicht eignet sich am besten der „Feiertagsansatz“: klassisches Shampoo für jeden Tag und von Zeit zu Zeit eine kleine Ergänzung aus der Küche. Ohne Druck auf beeindruckende Ergebnisse – eher als kleine Abwechslung denn als tägliches Ritual.
Drei Regeln, dank denen das Haar länger frisch aussieht
1. Waschen Sie Ihr Haar nicht öfter als unbedingt notwendig
Je öfter wir versuchen, das Hautfett „vollständig“ zu entfernen, desto schneller kann die Kopfhaut es wieder produzieren. Wenn das Haar am zweiten Tag nach dem Waschen noch ganz normal aussieht, besteht kein Grund, sofort unter die Dusche zu springen.
- Anstatt die Haare erneut zu waschen, können Sie sie zu einem Pferdeschwanz oder einem lockeren Dutt zusammenbinden.
- Verwenden Sie warmes oder leicht kühles Wasser anstelle von sehr heißem Wasser.
- Ersetzen Sie intensives Föhnen von Zeit zu Zeit durch natürliches Trocknen oder kühleres Föhnen.
Lange Zeit war ich davon überzeugt, dass ich meine Haare jeden Tag waschen „muss”. Als ich zum Testen das Waschen einen Tag lang ausließ und nur mit einer Frisur rettete, stellte sich heraus, dass sie gar nicht so schlecht aussahen und fettiges Haar nicht so „augenblicklich” war, wie ich mir eingeredet hatte.
2. Richtig ausgewähltes Shampoo und weniger Belastung
Bei Neigung zu Fettigkeit eignen sich Produkte, die für fettiges Haar oder für Haar, das „an den Wurzeln fettig und an den Spitzen trocken” ist, bestimmt sind. Sie enthalten oft Pflanzenextrakte, die ein Gefühl von Sauberkeit ohne übermäßige Belastung vermitteln.
Man sollte sich vor schweren Silikonen und sehr starken Stylingprodukten hüten – Haarspray, Wachs und Gel bilden in großen Mengen Schichten auf dem Haar, die dann intensiv ausgewaschen werden müssen. Und je stärker die Reinigung, desto größer ist das Risiko, dass die Kopfhaut mit einer verstärkten Talgproduktion reagiert.
3. Saubere Kämme und Bürsten – kleine Dinge mit großer Wirkung
Im Laufe des Tages sammeln sich Talg, Staub, Lackreste und Verschmutzungen aus der Umgebung auf der Bürste an. Wenn wir mit einem solchen Kamm durch frisch gewaschenes Haar fahren, gelangt alles zurück auf die Kopfhaut und verkürzt die Zeit, in der die Frisur frisch aussieht.
Es reicht aus, die Bürste von Zeit zu Zeit mit Seife oder Shampoo zu waschen und gründlich auszuspülen. Das dauert buchstäblich nur eine Minute, aber der Unterschied ist enorm – saubere Utensilien sorgen dafür, dass das Haar deutlich länger frisch bleibt. Für mich ist dies einer der am meisten unterschätzten Schritte in der gesamten Haarpflege.
Zusammenfassend aus männlicher, alltäglicher Sicht: Man braucht kein Regal voller „Wundermittel”, damit das Haar gut aussieht. Ein paar kleine Änderungen – von seltenerem Waschen über den bewussten Einsatz von Salz oder Soda bis hin zum einfachen Waschen der Bürste – können die Zeit zwischen den Haarwäschen leicht verlängern. Fettiges Haar ist kein ewiges Problem mehr, sondern eher eine Frage des Gefühls und der Beobachtung, was für unsere Kopfhaut wirklich gut ist und was hilft, den natürlichen Glanz und die Leichtigkeit der Frisur zu erhalten.














