Im Winter sind Mandarinen fast schon ein Muss im Alltag – bei der Arbeit, zu Hause, auf dem Festtagstisch. Ihre satte Farbe und ihr Aroma begeistern fast jeden, aber wir denken selten darüber nach, dass hinter diesem Genuss eine Industrie steckt, die keine Kompromisse kennt. Die Schale der Frucht, die so oft als unwesentliches Detail angesehen wird, kann Rückstände von Pflanzenschutzmitteln enthalten, die die Früchte vor Fäulnis schützen, aber gleichzeitig unsere Gesundheit gefährden. Warum sollte man Mandarinen essen?
Warum kann die Schale einer Mandarine gefährlich sein?
Mandarinen werden zwar mit winterlicher Wärme und familiärer Atmosphäre assoziiert, bergen jedoch einen weniger angenehmen Aspekt: Ihre Schale kann Rückstände von Chemikalien enthalten, die beim Transport und bei der Lagerung verwendet werden. Die am häufigsten verwendeten Fungizide wie Imazalil oder Thiabendazol sollen die Früchte vor Schimmel und Fäulnis schützen. Das Problem entsteht, wenn diese Substanzen auf der Oberfläche der Früchte zurückbleiben und in unseren Körper gelangen. Laut einem Bericht der Environmental Working Group aus dem Jahr 2025 wurde Imazalil in fast 90 % der Zitrusfrüchte aus konventionellem Anbau nachgewiesen. Studien, die 2025 von der Universität Pécs veröffentlicht wurden, zeigen, dass diese Substanz genotoxisch wirken kann, was zu DNA-Schäden führt und bei längerer Exposition das Krebsrisiko erhöht.
Thiabendazol, das zweitbeliebteste Fungizid, wirft ebenfalls ernsthafte Bedenken auf. Eine im August 2025 von der Universität Coruña veröffentlichte Analyse hat gezeigt, dass es als Photomutagen wirkt – unter Lichteinwirkung kann es Zellen schädigen, darunter auch menschliche. Darüber hinaus weisen andere wissenschaftliche Arbeiten auf seine Auswirkungen auf die Schilddrüse und die Leber sowie auf mögliche Fehlbildungen bei Labortieren hin.
Das bedeutet, dass selbst wenn die Werte dieser Stoffe innerhalb der von der Europäischen Union festgelegten Grenzwerte liegen, ihre Anwesenheit auf Obst eine Tatsache bleibt. Kurzfristig können sie Hautreizungen, allergische Reaktionen oder Übelkeit verursachen. Langfristig können sie zu Hormonstörungen, Neurotoxizität und einem erhöhten Risiko für chronische Erkrankungen führen. Selbst geringe Dosen neigen dazu, sich im Körper anzureichern, was schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben kann.
In Deutschland steigt der Verbrauch von Zitrusfrüchten im Winter aufgrund ihres hohen Vitamin-C-Gehalts, weshalb dieses Problem besonders wichtig ist. Es sei daran erinnert, dass Mandarinen eine Quelle der Freude und Gesundheit sein können, aber nur, wenn wir auf ihren sicheren Verzehr achten – am besten nach gründlichem Waschen und ohne Verwendung der Schale in Cocktails oder Desserts.

Wie wäscht man Mandarinen?
Mandarinen gelangen nach einer langen Reise in unsere Einkaufskörbe – von den Obstgärten über Lagerhäuser und Container bis hin zu den Regalen der Geschäfte. Während dieser Zeit kommt ihre Schale mit vielen Oberflächen und Substanzen in Kontakt, daher sollten die Früchte vor dem Verzehr gründlich gereinigt werden. Durch einfaches, schnelles Abspülen unter fließendem Wasser werden nur Staub und ein Teil der Verunreinigungen entfernt. Wenn Sie sichergehen möchten, dass die Mandarinen wirklich sauber sind, sollten Sie sich etwas mehr Zeit nehmen.
Am einfachsten ist es, eine Schüssel mit Wasser und etwas Essig oder Backpulver vorzubereiten. Die Früchte müssen nur 10 Minuten darin einweichen und dann unter fließendem Wasser abgespült werden, wobei die Schale mit den Händen kräftig gerieben wird. Dadurch lösen sich Wachse und Rückstände, die möglicherweise auf der Oberfläche zurückgeblieben sind. Am Ende sollten Sie die Früchte mit einem Papiertuch abtrocknen – nicht nur aus Bequemlichkeit, sondern auch, um Schimmelbildung zu verhindern.
Denken Sie daran, dass selbst Mandarinen aus ökologischem Anbau besser gewaschen werden sollten. Obwohl bei ihrem Anbau keine synthetischen Pflanzenschutzmittel verwendet werden, kann ihre Schale mit natürlichem Wachs überzogen sein, das Verunreinigungen zurückhält. Unabhängig davon, ob Sie Obst mit BIO-Zertifikat oder aus konventionellem Anbau wählen, lohnt es sich daher immer, sich eine Minute Zeit für gründliches Waschen zu nehmen.
Warum sollte man Mandarinen essen?
Mandarinen sind eine wahre Fundgrube an Nährstoffen. Sie enthalten eine große Dosis Vitamin C, das das Immunsystem stärkt und dem Körper hilft, Infektionen zu bekämpfen, sowie Flavonoide – natürliche Pflanzenstoffe, die entzündungshemmend wirken und die Funktion des Herz-Kreislauf-Systems unterstützen. Eine im Februar 2025 von der Harvard Medical School durchgeführte und in der Harvard Gazette veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass der regelmäßige Verzehr von Zitrusfrüchten das Risiko einer Depression um bis zu 20 % senken kann, da er das Wachstum von Darmbakterien stimuliert, die für die Produktion von Serotonin und Dopamin verantwortlich sind. Mandarinen wirken sich also nicht nur auf den Körper, sondern auch auf die Psyche aus.
Eine im August 2025 auf dem Portal Biology Insights veröffentlichte Analyse betont wiederum, dass eine durchschnittliche Mandarine mehr als 25 % des Tagesbedarfs an Vitamin C deckt
und außerdem eine Quelle für Beta-Cryptoxanthin ist – ein Carotinoid, das Früchten ihre satte Farbe verleiht und die Gesundheit von Lunge und Knochen unterstützt. Interessanterweise enthalten Mandarinen auch natürliche Limonoide, die in Laborstudien eine krebshemmende Wirkung zeigen, und ihr regelmäßiger Verzehr ist mit einem geringeren Risiko für Herzerkrankungen verbunden.















