Der Wettlauf um das laden eines Mobiltelefons in kürzester Zeit ist zu einem der wichtigsten Verkaufsargumente in der Technologiebranche geworden. Eine vollständige Aufladung in 20 oder 30 Minuten, eine Leistung von 65, 100 oder sogar mehr als 200 Watt und das Versprechen absoluter Bequemlichkeit sind Teil des üblichen Werbesprechs. Allerdings wirkt sich ultraschnelles Laden nicht immer positiv auf den Zustand des Akkus aus und kann dessen Verschleiß im Laufe der Zeit beschleunigen.
Die Akkus moderner Telefone sind überwiegend Lithium-Ionen-Akkus. Dieser Akkutyp zeichnet sich durch eine hohe Energiedichte und das Fehlen eines „Memory-Effekts” aus, hat jedoch einen Feind: Wärme. Und superschnelles Laden erzeugt per Definition mehr Wärme als langsames oder moderates Laden. Je mehr Leistung in das Gerät fließt, desto größer ist die thermische und elektrische Belastung des Akkus.
Der Preis für zu schnelles Laden
Wenn ein Mobiltelefon mit hoher Geschwindigkeit aufgeladen wird, erhält der Akku in kurzer Zeit eine große Menge an Energie. Die Hersteller haben Kontrollsysteme entwickelt, um sofortige Schäden zu verhindern, wie z. B. Temperatursensoren, automatische Leistungsreduzierung oder die Aufteilung des Akkus in Zellen, aber diese Mechanismen verhindern den Verschleiß nicht vollständig. Langfristig führt dies in der Regel zu einem Kapazitätsverlust.
In der Praxis bedeutet dies, dass ein Mobiltelefon nach einem oder zwei Jahren intensiver Nutzung mit ultraschneller Aufladung nicht mehr wie am Anfang einen ganzen Tag lang durchhält. Dies ist kein Einzelfall, sondern vorzeitige Alterung. Daher haben selbst Marken wie Apple oder Samsung wiederholt eingeräumt, dass Akkus Verschleißteile sind, deren Abnutzung in hohem Maße von den Ladegewohnheiten abhängt, daher auch ihre 80-%-Lade-Programme, die der Nutzer auf seinem Gerät aktivieren kann.
Der Nutzer spart täglich Zeit durch schnelleres Laden, verliert aber Monate oder sogar Jahre an Akkulaufzeit. Und wenn der Akku nicht mehr so funktioniert, wie er sollte, besteht die Lösung des Problems darin, das Telefon zu wechseln oder das Mobiltelefon zu öffnen, um einen neuen Akku einzubauen, mit allen damit verbundenen technischen Risiken.
Nicht alle Ladegeräte sind gleich
Eines der größten Probleme ist, dass viele Nutzer die Angaben auf den Ladegeräten nicht richtig interpretieren können. Auf dem Gehäuse jedes Netzteils sind eine Reihe von elektrischen Eigenschaften angegeben, die für das Verständnis der Ladefunktion des Geräts von entscheidender Bedeutung sind.
Die auffälligste Eigenschaft ist in der Regel die Leistung, ausgedrückt in Watt (W). Diese Leistung wird nicht immer direkt angegeben, kann aber leicht berechnet werden, indem man die Spannung (V) mit der Stromstärke (A) multipliziert. Ein Ladegerät mit der Kennzeichnung „5 V ⎓ 2 A“ liefert beispielsweise eine maximale Leistung von 10 Watt. Ein Gerät mit der Kennzeichnung „9 V ⎓ 2 A“ erreicht 18 Watt und so weiter.
Bei modernen Ladegeräten, insbesondere solchen, die Schnellladen unterstützen, finden sich in der Regel mehrere Ausgangsleistungswerte: 5 V, 9 V, 12 V oder sogar 20 V. Das bedeutet, dass das Ladegerät je nach Vereinbarung mit dem Mobiltelefon mit unterschiedlichen Spannungen betrieben werden kann. Das Telefon „fordert“ die Kombination an, die es für geeignet hält, und das Ladegerät passt sich an.
Die Spannung ist wichtig (und zwar sehr wichtig)
Obwohl normalerweise von der Gesamtleistung gesprochen wird, spielt die Spannung eine entscheidende Rolle für den Verschleiß des Akkus. Ultraschnelles Laden erhöht in der Regel die Spannung und/oder Intensität, um in kürzerer Zeit mehr Energie zu laden.
Um die Lebensdauer Ihres Mobiltelefons zu verlängern, empfehlen Experten, für den täglichen Gebrauch Ladegeräte mit einer Leistung von 10 bis 20 Watt zu bevorzugen, auch wenn Ihr Telefon eine viel höhere Leistung unterstützt.
Um die Lebensdauer Ihres Mobiltelefons zu verlängern, empfehlen Experten, für den täglichen Gebrauch Ladegeräte mit einer Leistung von 10 bis 20 Watt zu bevorzugen.
Es ist wichtig zu beachten, dass Schnellladen nicht während des gesamten Prozesses gleichmäßig funktioniert. In der Regel wird die maximale Leistung nur bei niedrigem Batteriestand angewendet. Ab 70 oder 80 % verringert das System die Geschwindigkeit, um Schäden zu vermeiden. Dennoch reicht diese erste Phase des intensiven Ladens aus, um Verschleiß zu verursachen, wenn sie täglich wiederholt wird.
So laden Sie Ihr Mobiltelefon auf
Der erste Schritt besteht darin, auf ultraschnelles Laden zu verzichten, wenn es nicht notwendig ist. Das Aufladen Ihres Mobiltelefons über Nacht mit einem Standardadapter oder über einen USB-Anschluss mit geringer Leistung ist eine Option, die den Akku schont. Sie sollten auch vermeiden, das Gerät aufzuladen, wenn es sehr heiß ist, z. B. nach intensiver Nutzung oder nach dem Aufenthalt in der Sonne.
Das Aufladen Ihres Mobiltelefons über Nacht mit einem Standardadapter oder einem USB-Anschluss mit geringer Leistung ist eine Option, mit der Sie den Akku schonen können.
Ein weiterer wichtiger Tipp: Versteifen Sie sich nicht darauf, dass der Akku immer zu 100 % geladen ist. Wenn Sie den Akkustand zwischen 20 % und 80 % halten, verringert sich die chemische Belastung und die Lebensdauer des Akkus wird verlängert. Tatsächlich verfügen viele Betriebssysteme bereits über „optimierte Ladefunktionen”, die die Gewohnheiten des Benutzers analysieren und die letzte Ladephase verzögern.
Ultraschnelles Laden ist keineswegs ein Feind. In bestimmten Situationen, wie z. B. auf Reisen, in Notfällen oder an besonders langen Arbeitstagen, ist es eine äußerst nützliche Lösung. Das Problem entsteht, wenn es zur täglichen Norm wird.















