Homophobe Tapioka, Abuela-la-la. Die Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar war nicht nur von den Spielen, sondern auch von der Kreativität der sozialen Medien geprägt. Zwischen karikierten Fans, ungewöhnlichen Situationen und unwahrscheinlichen Charakteren hat das Turnier eine Sammlung von Memes hervorgebracht, die Grenzen überschreiten und im Gedächtnis der Internetnutzer lebendig bleiben.
Da der Beginn der Weltmeisterschaft 2026 näher rückt, diesmal in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko, wird erwartet, dass ein neues Repertoire an Witzen, viralen Videos und folkloristischen Charakteren das Internet erobern wird. Auch wenn das nicht der Fall ist, lohnt es sich, sich an einige der auffälligsten Memes der Weltmeisterschaft in Katar zu erinnern.
Die Ausgabe 2022 war besonders vom Kulturschock geprägt. Zum ersten Mal fand die Weltmeisterschaft in einem Land im Nahen Osten mit muslimischer Mehrheit statt, was zu Debatten über lokale Bräuche, Einschränkungen und kulturelle Unterschiede führte. Eine der Situationen mit den größten Auswirkungen war das Verkaufsverbot für alkoholische Getränke rund um die Stadien wenige Tage vor Beginn des Wettbewerbs. In den sozialen Medien löste das Thema eine Flut von Witzen aus.
Sogar La’eeb, das offizielle Maskottchen des Turniers, erhielt unter den Brasilianern einen ungewöhnlichen Spitznamen. Da er einer Art schwebendem Geist ähnelt und ein Land repräsentiert, in dem Homosexualität kriminalisiert wird, wurde die Figur von vielen Internetnutzern als „homophobe Tapioka“ bezeichnet.
Die Memes begannen bereits beim Eröffnungsspiel. Während der Niederlage Katars gegen Ecuador fingen Kameras einen katarischen Fan ein, der auf der Tribüne empört dreinschaute. Es dauerte nur wenige Sekunden der Übertragung, bis sein Bild in ein Meme umgewandelt und tausende Male geteilt wurde.
Das Eröffnungsspiel sorgte auch für einen weiteren viralen Moment. Ein Streit zwischen Fans auf der Tribüne erregte die Aufmerksamkeit der Internetnutzer.
Auch auf dem Spielfeld sorgte das brasilianische Team für Momente, die die Fantasie des Internets beflügelten. Das wichtigste war Richarlisons großartiges Tor gegen Serbien, das als eines der schönsten Tore dieser Weltmeisterschaft gilt. Der Schritt löste bei den Fans große Begeisterung aus und verstärkte das Gefühl, dass Brasilien endlich seinen sechsten Titel gewinnen könnte.
Die Aufregung wich jedoch im Viertelfinale der Frustration. Das Ausscheiden gegen Kroatien im Elfmeterschießen löste eine Lawine von Memes über die Enttäuschung der Brasilianer aus, von denen viele gerettet und bis heute geteilt werden, wenn die Mannschaft vor schwierigen Zeiten steht.
Auch außerhalb der vier Linien leisteten die Brasilianer ihren Beitrag. Eine der merkwürdigsten Episoden ereignete sich, als brasilianische Influencer und Fans begannen, Katarer zu Tanzschlachten auf öffentlichen Plätzen herauszufordern.
Die Entscheidung zwischen Argentinien und Frankreich ging als eines der größten Endspiele einer Weltmeisterschaft in die Geschichte ein. Neben der Balance auf dem Spielfeld und der entscheidenden Leistung von Lionel Messi und Kylian Mbappé sorgte das Spiel auch für unzählige Witze in den sozialen Medien. Da die beiden Teamkollegen bei Paris Saint-Germain waren, tauchten Memes auf, die sich vorstellten, dass Mbappé Messi nach dem argentinischen Sieg aus dem Verein „entließ“, in Anspielung auf den Ruf des Franzosen, hinter den Kulissen großen Einfluss auf die Mannschaft zu haben.
Keines der viralen Phänomene des Finales hatte in Argentinien eine so große Reichweite wie die berühmte „Abuela“. Das Bild einer Dame, die den argentinischen Titel feiert, wurde von dem Lied „La la la la abuela“ begleitet, das schnell die sozialen Medien und Feierlichkeiten im ganzen Land eroberte.
Die argentinische Kampagne festigte auch einen der umstrittensten Charaktere dieser Weltmeisterschaft: Torhüter Emiliano Martínez, bekannt als Dibu. Er spielte eine entscheidende Rolle beim Gewinn des Titels und machte nicht nur durch seine entscheidenden Paraden auf sich aufmerksam, sondern auch durch seine ständigen Provokationen gegenüber seinen Gegnern, insbesondere im Elfmeterschießen.
Der kontroverseste Moment kam nach dem Finale. Als Martínez die Auszeichnung als bester Torhüter des Turniers entgegennahm, nutzte er die Trophäe „Goldener Handschuh“ in einer obszönen Geste, die die Öffentlichkeit, FIFA-Funktionäre und sogar die bei der Zeremonie anwesenden Behörden überraschte. Die Episode löste Kritik, Memes und interne Diskussionen innerhalb der Organisation über Auszeichnungsprotokolle und das Verhalten der Athleten aus.
Ein weiterer Rekord, der während des Wettbewerbs viral ging, war der eines marokkanischen Fans, der von senegalesischen Fans umgeben war. Das tausendfach geteilte Bild wurde zum Symbol für das multikulturelle Umfeld, das den Qatar Cup prägte, und für das Zusammenleben verschiedener Fans während des Turniers.
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